Mittendrin statt nur dabei 

Mein Beruf ist meine Leidenschaft, die ich teile. Sie erfüllt mich und ist ein positiver Antrieb. Und das Tag für Tag aufs Neue - aus der Praxis für die Praxis

Rückblick im Januar 2020
Am Freitag, dem 28. Januar 2000 meldete ich mein Gewerbe als Vertriebstrainerin an. Mein Anspruch war es, eigene Kunden zu gewinnen. 


So fuhr ich im Februar und März mit meiner Eineinhalbjährigen und dem Baby von 4 Monaten sowie meiner Mutter zu meinen zukünftigen Kunden, um sie von mir und meinen Qualitäten als Vertrieblerin zu überzeugen. Nach jeweils 4 Stunden erfolgte  eine Stillpause, um danach gleich wieder hinter der Theke mit den Verkäuferinnen und Verkäufern aktiv die Zusatzverkäufe anzubahnen. 

Dieses Arbeitsmodell hat prima funktioniert, aber auch nur deshalb, weil auf Unterstützung im Hintergrund zählen konnte. Ohne die selbstlose Starthilfe meiner Mutter wäre es schwer geworden, eine gesunde Work-Life-Balance zu schaffen. 

Einige Handwerksbäcker waren anfangs zögerlich, in die Weiterbildung und Qualifizierung ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu investieren. Doch der Erfolg sprach für sich und ich erhielt nach kurzer Zeit erste gut bezahlte Aufträge und den besten Lohn der Arbeit: Nachfolgeaufträge und Stammkunden.

Das Netzwerke unerlässlich auch für Selbstständige sind, habe ich mit den Jahren mehr und mehr erlebt. Durch Empfehlungen erhielt ich neue Kunden und war in der glücklichen Lage, mich nicht mit dem Thema Kaltakquise beschäftigen zu müssen.

Heute kann keine Bäckerei mehr darauf vertrauen und berufen, dass „unser Brot und unsere Backwaren die besten im Ort sind“ oder „wir sind die günstigsten, da kann uns keiner was“. Manche Unternehmer*innen haben festgestellt, dass sie nicht ohne die Weiterbildungs-und Qualifizierungmaßnahmen für ihre Teams im Verkauf auskommen. Die Zahl der Betriebsschließungen oder Übernahmen steigt nach wie vor.

Und auch ich habe in meine Weiterbildung investiert, um für meine Kunden stets „etwas Neues“ bieten zu können. Auch ich habe das Verkaufen nicht neu erfunden. Waren vor 20 Jahren die eher manipulativen Techniken im Verkauf und Coaching gefragt, kommen wir heute mit solchen Methoden nicht mehr weit. 

Die Arbeit soll Spaß machen und die Mitarbeiter*innen erwarten Wertschätzung und eine Ausgewogenheit von Anspannung und Entspannung. Dafür habe ich Lachyoga und Lachwellness mit in meine Tätigkeit aufgenommen. Das Ganze wird durch eine Weiterbildung zur Entspannungstherapeutin abgerundet. 

Voller Stolz und Dankbarkeit kann ich von einer Bäckerei aus Aachen berichten, die ich seit 19 Jahren regelmäßig monatlich begleite und aus anfänglich 20 Filialen sind mittlerweile 55 Filialen entstanden. 

Vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) wurde ich als Beraterin für Unternehmen zur „Förderung des unternehmerischen Know-hows“ zugelassen. 

Gemeinsam mit meinem Kunden werden die individuellen Fördermöglichkeiten eruiert, denn es besteht die Chance auf Zuschüsse von bis zu 90 %. 

Rückblickend stelle ich also freudig fest, dass ich den besten Job habe, den ich mir je habe aussuchen können und ich würde alles genauso wieder tun. In diesem Sinne auf die nächsten 20 erfolgreichen Jahre – ich bin bereit.